
-Unten die deutsche Version-
You are invited to a meeting with Karolina Ćwiek-Rogalska, during which the author will discuss her unique book, “Ziemie. Historie odzyskiwania i utraty” (Lands. Stories of Recovery and Loss), and her search for identity as a resident of our Region. The conversation will be led by Marek Zasieczny.
In 1945, a new border demarcation set millions in motion. A huge area ending in the west with the ribbons of the Odra and Lusatian Neisse rivers was becoming Poland. Elsewhere, Poland was erased, though one could not speak of it out loud. On the “Recovered Territories,” watches were set back to medieval times, centering on the Piast myth. New arrivals were promised prosperity and peace.
The settlers found chaos, buildings of red brick and half-timbered construction, and inscriptions in German Gothic script. How does one feel at home when everything around is different, foreign, “post-German“?
From accounts, documents, and diaries emerges a picture of people who tried to find their footing in a new place, to build Poland and build themselves. The author gives voice to voluntary settlers and those forcibly displaced from the east, soldiers who stormed the Pomeranian Wall, officials, and also Germans for whom these areas constituted their Heimat, their home.
This is a unique narrative, brought right up to the present day, about grand history, politics, propaganda, international agreements, the construction of memory, myths, and their deconstruction. And also about the everyday human choices that had to be made in a new reality. About difficult decisions that many kept silent about.
It is also the Author’s personal story, a granddaughter of settlers, born in Wałcz/Deutsch Krone in Central Pomerania, a region that was a borderland for centuries. “I am trying to reconstruct the stories of as many families as possible. The stories of others that might tell me something about my own. And also tell something to readers who are grappling with questions similar to mine.”
This is a book about roots—those put down and those severed—about identity, and about the ghosts of the past that never fully disappear.
Karolina Ćwiek-Rogalska is a Doctor of Cultural Studies, anthropologist, and Bohemist. She works at the Institute of Slavic Studies of the Polish Academy of Sciences. A laureate of the “Polityka” Science Award and the National Science Centre. A fellow of the Foundation for Polish Science and the Fulbright Program, she has held research stays at institutions including the University of California, Los Angeles, the University of Cambridge, the Imre Kertész Kolleg in Jena, and Charles University in Prague. Her doctoral thesis was about a small Czech municipality in the northwest of the Czech Republic from which Czechs expelled “their” Germans—the research resulted in the monograph Zapamiętane w krajobrazie (Remembered in the Landscape). Since 2022, she has been leading an European Research Council (ERC) grant: together with her team, she tracks the formation of new cultures in post-resettlement areas in Poland, the Czech Republic, and Slovakia. Ziemie is the culmination of over a dozen years of her research into the memory of the “Recovered Territories.”
The ID:Pomerania project is co-financed by the Interreg VI A Mecklenburg-Vorpommern/Brandenburg/Poland 2021-2027 program. The project is co-financed by the Polish Ministry of Culture from national funds sourced from Culture Promotion.
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Die Veranstaltung wird simultan ins Deutsche übersetzt.
Wir laden Sie zu einem Treffen mit Karolina Ćwiek-Rogalska ein, bei dem die Autorin über ihr einzigartiges Buch „Ziemie. Historie odzyskiwania i utraty” (Länder. Geschichten vom Wiedererlangen und Verlieren) und über ihre Suche nach Identität als Bewohnerin unserer Region sprechen wird. Das Gespräch wird von Marek Zasieczny moderiert.
Karolina Ćwiek-Rogalska „Ziemie. Historie odzyskiwania i utraty” (Länder. Geschichten vom Wiedererlangen und Verlieren)
Im Jahr 1945 versetzte die neue Grenzziehung Millionen Menschen in Bewegung. Ein riesiges Gebiet, das im Westen an die Oder und die Lausitzer Neiße grenzte, wurde zu Polen. An anderen Orten wurde Polen ausgelöscht, obwohl man darüber nicht laut sprechen durfte. In den „wiedergewonnenen Gebieten” wurden die Uhren auf mittelalterliche Zeit umgestellt, wobei der Piasten-Mythos im Mittelpunkt stand. Den Neuankömmlingen wurden Wohlstand und Frieden versprochen.
Die Siedler und Siedlerinnen fanden vor Ort Chaos vor, Gebäude aus rotem Backstein und Fachwerk, Inschriften in deutscher Gotik. Wie kann man sich zu Hause fühlen, wenn alles um einen herum anders, fremd, „postdeutsch” ist?
Aus Berichten, Dokumenten und Tagebüchern entsteht das Bild von Menschen, die versuchten, sich an einem neuen Ort zurechtzufinden, Polen und sich selbst aufzubauen. Die Autorin lässt freiwillige Siedler, aus dem Osten zwangsumsiedelte Menschen, Soldaten, die den Pommerschen Wall stürmten, Beamte und auch Deutsche, für die diese Gebiete Heimat waren, zu Wort kommen.
Es ist eine einzigartige, bis in die Gegenwart fortgeführte Erzählung über große Geschichte, Politik, Propaganda, internationale Abkommen, Erinnerungskultur, Mythen und deren Dekonstruktion. Und auch über alltägliche menschliche Entscheidungen, die in der neuen Realität getroffen werden mussten. Über schwierige Entscheidungen, über die viele geschwiegen haben.
Es ist auch eine persönliche Geschichte der Autorin, der Enkelin von Siedlern, geboren im seit Jahrhunderten grenznahen Wałcz/Deutsch Krone in Mittelpommern. „Ich versuche, die Geschichten möglichst vieler Familien nachzuzeichnen. Geschichten anderer, die mir vielleicht etwas über meine eigene erzählen. Und die auch den Leserinnen und Lesern etwas erzählen, die ähnliche Fragen wie ich beschäftigen.”
Es ist ein Buch über Wurzeln – geschlagene und abgeschnittene, über Identität und Geister der Vergangenheit, die nie ganz verschwinden.
Über die Autorin:
Karolina Ćwiek-Rogalska – Doktorin der Kulturwissenschaften, Anthropologin und Bohemistin. Sie arbeitet am Institut für Slawistik der Polnischen Akademie der Wissenschaften. Preisträgerin des Wissenschaftspreises „Polityka” und des Nationalen Wissenschaftszentrums. Stipendiatin der Stiftung für polnische Wissenschaft und des Fulbright-Programms, absolvierte Forschungsaufenthalte u. a. an der University of California in Los Angeles, der University of Cambridge, dem Imre Kertész Kolleg in Jena und der Karlsuniversität in Prag. Ihre Doktorarbeit schrieb sie über eine kleine tschechische Gemeinde im Nordwesten Tschechiens, aus der die Tschechen „ihre” Deutschen vertrieben hatten – aus den Forschungsergebnissen entstand die Monografie Zapamiętane w krajobrazie (In der Landschaft erinnert). Seit 2022 leitet sie ein Stipendium des Europäischen Forschungsrats: Zusammen mit ihrem Team verfolgt sie die Entstehung neuer Kulturen in den Gebieten, aus denen die Deutschen in Polen, Tschechien und der Slowakei vertrieben wurden. Ziemie ist eine Zusammenfassung ihrer mehr als zehnjährigen Forschung über die Erinnerung an die „wiedergewonnenen Gebiete”.
Das Projekt ID:Pomerania wird kofinanziert durch das Programm Interreg VI A Mecklenburg-Vorpommern/Brandenburg/Polen 2021-2027. Das Projekt wird vom polnischen Kulturministerium aus nationalen Mitteln für Kulturförderung kofinanziert.
